Stadt bezieht Strom von der Konkurrenz
Die Verwaltung der Stadt Duderstadt hat einen Stromlieferungsvertrag für die eigenen Immobilien nicht
an die Eichsfelder Wirtschaftsbetriebe (EWB), deren Anteile sie mehrheitlich besitzt, vergeben, sondern an einen auswärtigen Lieferanten. Sie beruft sich auf das Europarecht, den Vertrag neu auszuschreiben.
Diese Handlungsweise trifft auf deutliche Kritik in der CDU-Stadtratsfraktion. Ratsherr Ekkehard Loest, der durch einen Zufall davon erfuhr und das Verfahren in die Öffentlichkeit gebracht hat, zeigt kein Verständnis dafür. Wörtlich: „Es hätten wie in der Vergangenheit Möglichkeiten bestanden, den städtischen Strom von den Eichsfelder Wirtschaftsbetrieben (EWB) zu beziehen. Es handelt sich um einen größeren Umsatzanteil. Und wie sollen die EWB weiter Kunden animieren und neue gewinnen, wenn der Hauptanteilseigner (Stadt Duderstadt) zur Konkurrenz geht? Hier wurde ein richtiges Eigentor geschossen.“
Wie Ratsherr Loest weiter mitteilt, soll der Vertrag der Stadt mit dem auswärtigen Stromlieferanten in zwei Jahren auslaufen. Dann dürfe sich dies nicht wiederholen!
Ergänzend dazu argumentiert Andreas Diedrich, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, rechtlich möge das Handeln der Verwaltung und Bürgermeister Thorsten Feike wohl in Ordnung sein - moralisch eher nicht. Diedrich: „Schade, dass hier kein vorausschauendes Handeln, mit einem dann wohl anderem Ergebnis erfolgt wäre, anders ist die Fehlentwicklung nicht zu verstehen, da unser eigenes Duderstädter Energieunternehmen die Stadt nicht mehr mit Energie beliefert.
Nicht einmal der Rat der Stadt wurde über diese Entwicklung informiert. Erst durch Nachfragen der CDU wurde dieses bestätigt.
Die Frage sei zu stellen, mit welchen Argumenten solle die EWB in den nächsten Jahren ihre Energie verkaufen, wenn die Verwaltung dem eigenen Energieunternehmen den Stuhl vor die Tür stellt? Unsere Hoffnung ist, dass der künftige Bürgermeister aus diesem Verhalten die Lehren zieht und dann mit Weitblick im Interesse unserer Region agiert.“ Abschließend:
„Wir wollen auch ein Sponsoringbeitrag von den EWB für unsere Landesgartenschau im Frühjahr 2030!“